Max-Planck-Institut für Informatik und Stanford School of Engineering gründen gemeinsames KI-Forschungszentrum

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Dr. Marc Habermann, Prof. Bernt Schiele und Prof. Christian Theobalt (v.l.n.r.), die drei Saarbrücker Gründungsmitglieder des neuen Max Planck Centers; Foto: MPI-INF/Philipp Zapf-Schramm


Zukunftstechnologien voranzubringen und Grundlagen für neue KI-Systeme zu entwickeln, die von Menschen lernen, mit ihnen interagieren und sie unterstützen können – das ist das Ziel des neuen „Max Planck Center for Visual and Multimodal Artificial Intelligence (MPC-VMI)“. In dem Center arbeiten das Max-Planck-Institut (MPI) für Informatik und Stanfords School of Engineering mit ausgewählten Forschungspartnern aus der Industrie zusammen. Die Finanzierung des Centers beträgt rund 29 Millionen Euro. 11,6 Millionen Euro davon stammen aus dem landeseigenen Transformationsfonds des Saarlandes, um den Aufbau des Centers zu unterstützen. 

Die Entscheidung zur Einrichtung des neuen Max Planck Centers fiel in einem hochkarätigen Wettbewerb innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft, bei dem sich das Vorhaben gegen eine Vielzahl von Anträgen anderer Standorte durchsetzen konnte. Geleitet werden wird es von den Direktoren Prof. Christian Theobalt (MPI-INF) und Prof. Gordon Wetzstein (Stanford Engineering), den Co-Direktoren Prof. Bernt Schiele (MPI-INF) und Prof. Karen Liu (Stanford Engineering), sowie dem wissenschaftlichen Koordinator Dr. Marc Habermann (MPI-INF). Zudem werden mit Google und Flawless zwei Forschungspartner aus der Industrie das Center eng unterstützen. Das MPC-VMI befindet sich nun in der Gründungsphase und es ist geplant, die Arbeit am Ende des Jahres 2026 aufzunehmen.

Forschende des Centers haben die Möglichkeit, einen bis zu zweijährigen Aufenthalt an der Stanford School of Engineering zu absolvieren. Im Endausbau sollen bis zu 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Center forschen. Das Center und seine Partner profitieren dabei sowohl von der Einbindung in das Forschungsumfeld von Stanford sowie deren Nähe zum Silicon Valley, als auch von der Verortung am Saarland Informatics Campus (SIC) mit seinen zahlreichen international renommierten Forschungsinstituten im Bereich der Informatik. Durch das Center entstehen neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit den Institutionen am SIC und dem Forschungsstandort Saarland als Ganzes.

Perspektive multimodale KI

Große Hoffnungen ruhen auf künstlich intelligenten Systemen der Zukunft: etwa als Pflegeroboter, als personalisierte Lehrkräfte, in neuen Formen der Telekommunikation oder in der kooperativen industriellen Fertigung zwischen Menschen und Robotern. Damit solche Systeme den Menschen bestmöglich unterstützen und sich dabei in der komplexen menschlichen Welt sicher und zuverlässig zurechtfinden können, gilt es, eine ganze Reihe grundlegender Forschungsfragen zu beantworten. Dazu gehören Fragestellungen aus den Bereichen Computergrafik, Computer Vision, Maschinelles Lernen, Sprachverarbeitung, Mensch-Computer-Interaktion und Robotik. Das „Max Planck Center for Visual and Multimodal Artificial Intelligence“ will bei der Entwicklung solcher Systeme eine maßgebliche Rolle spielen.

Am Beispiel der Pflegeroboter werden die vielfältigen wissenschaftlichen Herausforderungen deutlich: Als multimodales und physisches KI-System müssen sie verschiedene Arten von Informationen verarbeiten können. Sie benötigen fortgeschrittene Fähigkeiten in den Bereichen Computergrafik und Computer Vision, um anhand neuartiger Weltmodelle ihre Umgebung modellieren und erschließen zu können. Dafür sind neuartige KI-Modelle erforderlich, die das komplexe zwischenmenschliche Zusammenspiel wahrnehmen und nachbilden können, und das auch auf Grundlage minimaler Sensordaten. Sie müssen alle Arten der menschlichen Kommunikation, sei es gesprochene Sprache, Text oder auch Körpersprache, generieren, interpretieren und darauf reagieren können. Sie müssen visuelle Signale sicher verarbeiten können, um sich in unterschiedlichsten Umgebungen unfallfrei zu bewegen. Zusätzlich muss ihre Nutzerschnittstelle intuitiv gestaltet sein und, am Beispiel eines digitalen Gesichts, mit höchstem Realismus und höchster Detailgenauigkeit dargestellt werden.

„Mit dem MPC-VMI bündeln wir im Saarland eine kritische Masse an Innovationskraft weltweit führender Akteure aus Forschung und Industrie, um solch transformative Entwicklungen voranzutreiben“, erklärt Prof. Christian Theobalt, wissenschaftlicher Direktor am MPI für Informatik und einer der Direktoren des neuen Max Planck Centers.

Finanz- und Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker ergänzt: „In diesem wettbewerblichen Verfahren mit einem starken Konsortium mit der Stanford School of Engineering, dem von Google unterstützten MPI VIA Center und Flawless AI den Zuschlag für ein neues Max Planck Center errungen zu haben, ist ein großer Erfolg für den Wissenschaftsstandort Saarland und wird vom saarländischen Transformationsfonds als Möglichmacher unterstützt. Ich gratuliere dem Team ganz herzlich und wünsche alles Gute für seine wissenschaftlich und wirtschaftlich vielversprechende Forschungsagenda.“

Max Planck Center sind ein zentrales Element der Internationalisierungsstrategie der Max-Planck-Gesellschaft. Ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kooperieren dabei mit erstklassigen ausländischen Partnern, um gegenseitige Expertise und Ressourcen produktiv zu nutzen und Erkenntnisse in zukunftsweisenden Forschungsgebieten zu gewinnen. Der Hauptstandort des neuen MPC-VMI wird am MPI für Informatik in Saarbrücken sein.

Über das Max-Planck-Institut für Informatik: Das Ziel des Max-Planck-Instituts für Informatik ist es, die Grundlagenforschung und Innovation in Schlüsselbereichen der Informatik voranzutreiben. Die Forschung am Institut umfasst ein breites Spektrum – von der Erforschung grundlegender Prinzipien von Algorithmen und Logik über die Analyse von Systemen wie dem Internet bis hin zu multimodalen Bereichen wie Computer Vision, Computergrafik, Datenbanken und Informationssystemen, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz. Durch die Verknüpfung dieser verschiedenen Bereiche und die Pflege einer Kultur der Zusammenarbeit forscht das Institut auf höchstem wissenschaftlichem Niveau und gestaltet die Informatiklandschaft von morgen.

Weitere Informationen:
Via-Center: https://www.via-center.science/
Flawless: https://flawlessai.com/

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christian Theobalt
Wissenschaftlicher Direktor, Max-Planck-Institut für Informatik
Tel.: +49 681 9325 4500
Email: d6-sek@mpi-inf.mpg.de

Redaktion:
Philipp Zapf-Schramm
Gemeinsame Verwaltung
Max-Planck-Institut für Informatik
Max-Planck-Institut für Softwaresysteme
Tel: +49 681 9325 4509
E-Mail: pzs@mpi-klsb.mpg.de