Mit KI zum zirkulären Bauen: MIRAKEL eröffnet neue Wege zur systematischen Wiederverwendung von Bauteilen und Ressourcen
V.l.n.r.: Felix Bernhardt (Berliner Immobilienmanagement GmbH), Marvin Eichholz (SRH University), Julius Schäufele (Concular GmbH), Simon Bender (ryze technologies GmbH), Patrick Teuffel (SRH University), Jan Gronewald (DFKI), Marlene Schulz (CIRCULAR STRUCTURAL DESIGN), Andreas Emrich (DFKI), Doris Knickmeyer (SRH University), Konrad Helbig (Berliner Immobilienmanagement GmbH)
Städte enthalten enorme Mengen an wertvollen Materialien, die in bestehenden Gebäuden verbaut sind und bei Sanierungen oder Rückbauten häufig ungenutzt verloren gehen. Genau hier setzt Urban Mining an: Es betrachtet Gebäude als Materiallager und zielt darauf ab, vorhandene Baustoffe und Bauteile systematisch zu erfassen und wiederzuverwenden, statt sie zu entsorgen. Urban Mining spielt somit eine entscheidende Rolle für die klimaneutrale Transformation der Bauwirtschaft. Das Forschungsprojekt MIRAKEL (Mixed-Reality- und vertrauenswürdiges KI-basiertes Assistenzsystem zur Einschätzung von Werten anthropogener Lager und Kosten von Erschließungsprozessen in der Kreislaufwirtschaft) liefert dabei die Grundlage, um Rückbau und Wiederverwendung systematisch zu planen und umzusetzen.
Experten bewerten Gebäudebestände mit KI und Mixed Reality
Eine große Herausforderung beim Urban Mining in Immobilien ist das fehlende Wissen über Art, Menge und Qualität der zu bergenden Bauprodukte. Hier setzt das Forschungsprojekt MIRAKEL an. In dem Verbundprojekt aus Industrie und Forschung entwickeln die Projektpartner ein innovatives System, das es Experten mithilfe von künstlicher Intelligenz und Mixed Reality ermöglicht, anthropogene Lager in Immobilien präzise und umfassend zu bewerten. Durch die gesteigerte Transparenz über die vorhandenen Bestände und die nötigen Rückbauschritte soll sich Urban Mining zukünftig von der reinen Bergung von Rohstoffen lösen. Das Ziel besteht darin, auch Bauteile, Bauelemente und Komponenten gezielt zurückzugewinnen, um eine möglichst hochwertige Anschlussnutzung der Bauprodukte zu erreichen und Urban Mining zu einem zentralen Baustein einer ressourceneffizienten, klimaneutralen Bauwirtschaft zu machen.
„Mit MIRAKEL machen wir den Wert der verborgenen Rohstoffe in Gebäuden sichtbar und wirtschaftlich nutzbar“, heißt es aus dem Projektteam. „So wird Rückbau vom Kostenfaktor zur Ressourcenquelle für die Bauwirtschaft von morgen.“
Sieben Partner entwickeln Prototyp für die Praxis
Das Projekt wird im Rahmen der Förderung „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Urban Mining: Erschließung anthropogener Lager als Rohstoffquelle“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Während der 30-monatigen Projektlaufzeit arbeiten die sieben Projektpartner Concular GmbH, Wilhelm Knepper GmbH & Co. KG, ryze technologies GmbH, Berliner Immobilienmanagement GmbH, SRH University, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) und CIRCULAR STRUCTURAL DESIGN an einem ersten Prototyp des Assistenzsystems, der in ausgewählten Immobilien praktisch erprobt und wissenschaftlich evaluiert wird. Das Projekt ist im November 2025 gestartet und läuft bis einschließlich April 2028.