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Datenanalyse mit wissenschaftlicher Expertise: IT Inkubator unterstützt Saarbrücker Start-up




Data Science Consulting mit wissenschaftlicher Expertise bieten D:AI:MOND-Gründer Thilo Krüger, Professorin Verena Wolf, Professor Jens Dittrich und Dr. Endre Palatinus (von links nach rechts). Bild: © Uwe Bellhäuser

Expertise in der Disziplin „Data Science“ ist inzwischen in jeder Branche gefragt: Um gegen Konkurrenten bestehen zu können, müssen Unternehmen die richtigen Schlüsse aus ihren digitalen Daten ziehen und sie sorgfältig auswerten. Vier renommierte Informatik-Experten der Universität des Saarlandes wollen Firmen dabei unterstützen und dafür das Beratungsunternehmen „D:AI:MOND“ gründen. In ihre Dienstleistung „Data Science Consulting“ wollen sie neueste Forschungserkenntnisse einfließen lassen, um ihre Kunden fundierter zu beraten. Nun unterstützt auch der IT-Inkubator der Universität des Saarlandes und der Max-Planck-Gesellschaft ihre Idee.

Digitale Daten und ihre Auswertung sind heute das Fundament jedes erfolgreichen Unternehmens. „Big Data“, das Auswerten von riesigen Datenmengen, gehört ebenso dazu, wie „Künstliche Intelligenz“ und dessen Teilgebiet Maschinelles Lernen, das wiederum durch „Deep Learning“ in Industrie und Forschung für Furore sorgt. „Die Verwirrung in der Industrie bezüglich all dieser Modebegriffe ist leider sehr groß“, erklärt Jens Dittrich von der Universität des Saarlandes, „als Forscher können wir diesen Nebel lichten.“ Dittrich ist Professor für Informatik im Bereich Datenbanken, Datenmanagement und Big Data an der Saar-Uni. Er gehört dem wissenschaftlichen Beirat der Software AG an und wird für internationale Konferenzen als Hauptredner eingeladen, wenn es um das Zusammenspiel von Datenmanagement und Data Science geht.

Ein großes Problem, so Dittrich, sei, dass einige Unternehmen den Datenanalyseprozess falsch einschätzten. Oft fokussierten sich Unternehmen zu sehr auf ein bestimmtes Werkzeug oder eine spezielle Analysetechnik: „Die Unternehmen träumen von einem Penthouse im 10. Stock, vergessen aber leider, das gesamte Fundament und Gebäude darunter zu planen. Ein anderes Muster, das wir sehen, ist: einige Firmen glauben, dass es ein sehr großes Gebäude wird, also wird als erstes eine kostspielige Tunnelbohrmaschine gekauft. Dann erst wird das Gebäude geplant.“ Zu einem solchen „Datenanalysegebäude“ gehöre aber auch das Sammeln der richtigen Daten, das Säubern und Zusammenfügen der Daten, das Entfernen von Fehlern, das Kuratieren der Daten, das Aufsetzen einer skalierbaren Datenarchitektur und die Definition der für die Analyse entscheidenden Charakteristika. Dies sei meist viel wichtiger als die anschließende Analyse, so Dittrich. Deswegen arbeitet er mit seinen Kollegen seit Frühjahr 2017 daran, ein Unternehmen zu gründen, das aufgrund der darin gebündelten wissenschaftlichen Erfahrung bessere Beratung bietet als andere Unternehmen.



Seine Mitstreiter sind als Wissenschaftler international bekannt. Verena Wolf ist Professorin für Informatik an der Universität des Saarlandes mit dem Schwerpunkt Modellierung und Simulation. 2013 zeichnete die deutsche Ausgabe des MIT Technology Review Wolf zum „Young Innovator under 35“ aus. Der promovierte Datenwissenschaftler Endre Palatinus ist Experte auf dem Gebiet des Datenmanagements, der Informatiker und Chemiker Thilo Krüger ist Experte für Statistik und Maschinelles Lernen auf den Gebieten Chemie und Epigenetik. Die internationalen Abkürzungen der Forschungsgebiete der Wissenschaftler, Datenbanken, Künstliche Intelligenz (AI) und Modellierung, sind daher auch im Firmennamen „D:AI:MOND“ enthalten. „databases meets AI meets modeling“, erklärt Dittrich.



Ihren ersten wichtigen Schritt haben die Wissenschaftler bereits gemeistert. Der IT Inkubator, gegründet von der Universität des Saarlandes und der Max-Planck-Innovation GmbH, hat das Start-up in spe in sein Inkubationsprogramm aufgenommen. Darin erhalten nicht nur Forscher, sondern auch Studierende Hilfe, um ihre Ideen unternehmerisch weiterzuentwickeln. Der IT Inkubator bietet dazu Expertenwissen, Finanzierung, Netzwerk und operative Unterstützung an. „Der Sprung von der Forschung in die Industrie ist nicht einfach. Daher sind wir sehr froh, dass die Inkubationsmanager uns zeigen, was wir nicht gut machen und was noch wichtig wäre“, sagt Endre Palatinus. Erste Gespräche mit IT-, Chemie- und Automobilkonzernen haben bereits stattgefunden. Für den promovierten Datenwissenschaftler Palatinus steht fest, dass die Beratung auch dazu dienen wird, die Bedürfnisse der Kunden grundlegend zu verstehen, um darauf aufbauend spezielle Lösungen und Produkte zu entwickeln und zu verkaufen.

Weitere Informationen:
http://daimond.ai

Fragen beantworten:

Professorin Verena Wolf
Modeling and Simulation
Saarland Informatics Campus E1.3
E-Mail: verena@daimond.ai
Tel.: +49 681 302-5636

Professor Jens Dittrich
Big Data Analytics Group
Saarland Informatics Campus E1.1
E-Mail: jens@daimond.ai
Tel: +49 681 302-70141

Redaktion:
Gordon Bolduan
Wissenschaftskommunikation
Kompetenzzentrum Informatik Saarland
Saarland Informatics Campus E1.7
E-Mail: bolduan@mmci.uni-saarland.de

Nachwuchsgewinnung, Öffentlichkeitsarbeit und Technologietransfer am Saarland Informatics Campus werden unterstützt durch das Kompetenzzentrum Informatik Saarland, gefördert durch

Weitere Infos

Das Projekt Tandem an der Universität des Saarlandes verfolgt das Ziel, die für eine wirtschaftliche oder industrielle Verwertung interessanten Forschungsergebnisse der saarländischen Informatik und der Max-Planck Institute durch einen Inkubationsprozess soweit weiterzuentwickeln, dass entweder Investoren die Produkte kaufen oder lizenzieren, oder neue Unternehmen im Saarland gegründet werden. Begleitende Aktivitäten im Projekt umfassen nationale und internationale Öffentlichkeitsarbeit, Maßnahmen zur Förderung des Technologietransfers im Allgemeinen sowie Formate zur Nachwuchsakquise im Bereich der Informatik. Das Projekt Tandem trägt dazu bei, die saarländische Informatik und den Wirtschaftsstandort Saarland zu stärken.

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