Kurzinterview mit Doktorandin Noshaba Cheema über ihre Studizeit

Philipp Zapf-Schramm, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  11.04.21 17:15


 

 

Wie haben die Gegebenheiten, Menschen und Institute am Saarland Informatics Campus Deine Laufbahn hier beeinflusst?

“Die Universität des Saarlandes hat mir sehr dabei geholfen, neue Forschungsverbindungen aufzubauen. Durch das Masterstipendium und die PhD-Fellowship am Max-Planck-Institut für Informatik konnte ich mich seit meines Masters voll auf das Studium und die Forschung konzentrieren.  Auch kam sehr schnell der Kontakt mit anderen Studierenden in meinem Studiengang zustande, die auch das Master-Stipendium bekommen hatten. Das hat sehr beim Lernen geholfen. Im Juni 2020 wurde ich mit dem Frauen-Mint-Award der Deutschen Telekom ausgezeichnet.”

 

Was würdest Du heute Schülern oder Studieninteressierten mit auf
den Weg geben, wenn sie noch nicht sicher sind, ob Informatik das richtige ist oder ob sie in Saarbrücken anfangen sollen?

“Ich war selbst in der Position. Ich wollte eigentlich gar nicht unbedingt etwas mit Informatik studieren, sondern eher Design, in Richtung Animation und Game Design. Allerdings war ich mir relativ unsicher wegen der Job-Chancen danach und habe mich deshalb doch in Richtung Informatik orientiert – obwohl ich das Fach in der Schule nicht belegt habe und auch keine Vorerfahrung im Programmieren hatte. Ich bin dann auf Medieninformatik an der Hochschule Bremen gestoßen, was mir sehr geholfen hat! Von da an wollte ich mehr darüber wissen, wie Spiele funktionieren, wie die Engines aufgebaut sind und so weiter. Über eine Hiwi-Stelle in der Forschungsgruppe der Kognitiven Neuroinformatik an der Uni Bremen habe ich dann den Einstieg in die Forschung gefunden und meine Bachelor-Arbeit zum Thema Machine-Learning verfasst.

Jetzt an der Universität des Saarlandes bin ich voll in die Forschung integriert und arbeite an Animation und „Human Motion Modelling“ für interaktive Applikationen in erweiterter und virtueller Realität. Ich finde die Informatik ist ungeheuer vielseitig einsetzbar. Ob Biologie, Physik oder – meine Favoriten – Spiele, Filme, Kunst, Musik, selbst Geschichte – für jeden und jede ist etwas dabei!”

 

Was machst Du heute und was planst du in Zukunft?

“Ich bin Doktorandin an der ‚International Max Planck Research School for Computer Science‘ hier in Saarbrücken und Forscherin im Bereich „Agenten und Simulierte Realität“ am DFKI. Zurzeit arbeite ich an einem eigenen Forschungsprojekt namens „Carousel“. Zusammen mit dem DFKI, der Aalto University, der University of Napier, Grassroots Art und VivitNet bringe ich gemeinsam mit anderen Forschern 3D-Charakteren in virtueller Realität das Tanzen bei. Unser Ziel ist, dass die Charaktere natürlich und kreativ mit Menschen interagieren können und von selbst neue Bewegungen erlernen. Wir werden im Rahmen von Horizon 2020 sogar von der EU gefördert.”