International Engineering: Saar-Uni und Unternehmen führen Flüchtlinge ins Ingenieursstudium

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Im August dieses Jahres hatte die Universität des Saarlandes als eine der ersten Bildungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum bekannt gegeben, dass Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge, die über eine in ihrem Heimatland erworbene Vorbildung verfügen, aber ihre Zeugnisse nicht vorlegen können, ausgewählte Fächer aus Naturwissenschaft und Technik studieren dürfen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie einen speziell entworfenen Eingangstest bestehen, der kommende Woche auf dem Campus der Saar-Uni stattfindet (Mehr Informationen hier). Die besten Absolventen werden in das Studienkolleg der Uni aufgenommen und lernen dort ein Jahr lang Deutsch, um danach deutschsprachige Anfängervorlesungen besuchen zu können. Als Studienkollegiaten können sie Bafög-Hilfe beantragen und mit dem Semesterticket Bus und Bahn nutzen.

Damit diese Studenten und alle weiteren, die den Eignungstest bestanden haben, nicht nur sprachlich, sondern auch technisch gefördert werden, führt die Universität ein Programm „International Engineering“ ein, das die geplanten Sprachkurse um Ingenieurskurse ergänzt. Den Anfang macht schon im November die Anfängervorlesung „Programmieren für Ingenieure“, die nun zusätzlich in englischer Sprache angeboten wird. Dort lehrt Andreas Zeller, Professor für Softwaretechnik an der Saar-Uni, anhand der Physical-Computing-Plattform „Arduino“, wie man elektronische Steuer- und Sensorsysteme korrekt und effizient programmiert. Diese Kenntnisse sind zentrale Voraussetzung für Bereiche wie Fahrzeugbau, Automatisierungstechnik, Informationstechnik, Robotik, Medizintechnik sowie Luft- und Raumfahrt – alles Gebiete, in denen händeringend Fachkräfte gesucht werden. Folgerichtig hat die Universität eine Reihe hiesiger Unternehmen als Unterstützer für die Finanzierung der Sprach- und Ingenieurskurse gewinnen können. Dazu zählen die Dialogika GmbH, Dillinger Hütte, Saarstahl AG, Scheer GmbH und Sirrix AG. Auch die Werner-Zeh-Stiftung wird die Sprachkurse unterstützen.

„Mit der Kombination aus Sprachkurs und Technikstudium integrieren wir Flüchtlinge in das Campus-Leben und vermitteln ihnen ab dem ersten Tag die sprachlichen und technischen Fähigkeiten, die sie für Studium und Karriere brauchen“, erklärt Zeller. Mit seinen Kollegen hat er bereits vereinbart, dass im Sommersemester weiterführende Vorlesungen in deutscher Sprache mit englischsprachigen Tutoren angeboten werden. Schon im nächsten Jahr wollen die Professoren „International Engineering“ zum kompletten Studiengang für Neuankömmlinge ausbauen.

Auch diejenigen Flüchtlinge, die den Test nicht bestehen, werden weiter betreut: So berät die IHK Saarland diese gezielt zu den Chancen einer beruflichen Ausbildung und hilft bei der Vermittlung einer Lehrstelle. Findet sich ein passender Ausbildungsplatz, ist auch hier die Teilnahme an spezifischen Sprachkursen möglich, deren Finanzierung die IHK sicherstellt.

Professor August-Wilhelm Scheer unterstützt diese Initiative gerne: „Dadurch, dass entsprechend qualifizierte Flüchtlinge die Gelegenheit bekommen, sich auf ein Ingenieurstudium vorzubereiten, wird nicht nur Hilfe zu deren schneller Integration geleistet. Die Universität, unsere Wirtschaft und das gesamte Land profitieren gleichermaßen davon, wenn sie auf diese Weise engagierte Studenten der Ingenieurwissenschaften finden können, die hier dringend gebraucht werden.“

Spenden für das Projekt nehmen entgegen die Freunde der Saarbrücker Informatik (FdSI) e.V. http://www.fdsi.org/, Stichwort „International Engineering“.

Fragen beantwortet:
Stabsstelle Internationales
Tel.: +49 (0)681 302 3316
E-Mail: neustart@uni-saarland.de

Prof. Andreas Zeller
Lehrstuhl für Softwaretechnik
Tel.: +49 (0)681 302-70971
E-Mail: zeller@cs.uni-saarland.de

Redaktion:
Gordon Bolduan
Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes
Tel.: +49 (0)681 302-70741
E-Mail: bolduan@mmci.uni-saarland.de



Die Öffentlichkeitsarbeit am Saarland Informatics Campus wird unterstützt durch das Kompetenzzentrum Informatik Saarland, gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Mitteln der Staatskanzlei Saarland.

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